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250.000 Schüler werden in unseren Schulen “sitzen gelassen”
Jährlich bleiben ca. 250.000 Schülerinnen und Schüler sitzen und ca. 80.000
erreichen keinen Schulabschluss. Die volkswirtschaftlichen Kosten für diesen
Missstand sind wesentlich höher als die Kosten, die eine individuelle schulische
Förderung verursachen würde. Frühzeitige Förderung spart mittel- bis langfristig
hohe Folgekosten und führt zu einem höheren Bildungsniveau in Deutschland.
Der Lehrermangel spitzt sich an den Schulen immer weiter zu, sodass der
Regelunterricht oftmals nicht mehr vollständig erteilt werden kann und
Förderunterricht gestrichen werden muss. An weiterführenden Schulen findet meist
gar keine Förderung mehr statt oder die Fördergruppen sind viel zu groß. "Die Ampeln für Förderung stehen an den Schulen auf Dunkelrot, da wir bundesweit
die Rückmeldung erhalten, dass der reguläre Förderunterricht ausfällt bzw. gar
nicht angeboten werden kann. Zusätzlich gibt es zu wenig Förderlehrer, die auf
Lernstörungen wie z.B. Legasthenie oder Dyskalkulie individuell eingehen können,
da sie dafür nicht qualifiziert wurden. Nur wenn es sich Eltern leisten können,
ihr Kind außerschulisch fachkompetent fördern zu lassen, hat das Kind eine
Chance in unserem Bildungssystem", kritisiert Christine Sczygiel, Bundesvorsitzende des BVL.Der BVL, Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie, fordert die
Bildungspolitik auf, diesen Missstand durch neue Konzepte zu beheben und für die
Förderung an den Schulen qualifizierte Lerntherapeuten einzubinden. Der BVL
sieht eine große Bildungschance für die betroffenen Kinder, wenn der
Förderunterricht an den Schulen durch gut qualifizierte Lerntherapeuten erteilt
wird. Da es bisher kein anerkanntes Berufsbild des Lerntherapeuten gibt, hat der
BVL einen Weiterbildungsstandard entwickelt, um Lerntherapeuten zu
qualifizieren. Diese sollen an Schulen fachkompetent dafür sorgen, dass die
Schüler ihre Lücken schließen können, anstatt sie eine Klasse wiederholen zu
lassen ohne sie gezielt zu unterstützen. Die Kosten der individuellen Förderung
müssen von den Ländern finanziert werden, um für mehr Chancengleichheit zu
sorgen. Quelle: Pressemitteilung des BVL vom 28.07.2009 zurück
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